Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind immer unangenehm, im fortgeschrittenen Stadium schmerzhaft – und auch das Gespräch darüber gehört nicht gerade zum Kreis unserer Lieblingsthemen. Hier finden Sie umfassende Informationen zur Entstehung und zur naturheilkundlichen Behandlung des Gefäßleidens.

Einführung

Fast jeder zweite Deutsche über 50 leidet heute an den mit vergrößerten Hämorrhoiden einhergehenden Beschwerden.

Hämorrhoiden hat eigentlich ohnehin jeder – es kommt nur sehr darauf an, wo sie sich befinden. Das dicke Gefäßpolster des sogenannten Hämorrhoidalplexus gehört normalerweise in den untersten Teil des Enddarms, das Rektum. Dort hat es eine wichtige Funktion bei der Gewährleistung der Kontinenz: Sind die drei Hämorrhoidalknoten mit Blut “aufgepumpt”, unterstützen sie den inneren Analschließmuskel bei der gas- und flüssigkeitsundurchlässigen Abdichtung des Enddarms.

Ist der innere Schließmuskel nämlich angespannt, wird der venöse Abfluss der Hämorrhoidalknoten abgeklemmt und das Gefäßpolster verdickt sich. Wird das Rektum durch Stuhl gedehnt, öffnet sich der innere Schließmuskel und gibt auch den venösen Abfluss frei: Die Hämorrhoidalknoten schrumpfen, und der Stuhlgang kann seinen Lauf nehmen – sofern der willentlich kontrollierte äußere Schließmuskel die Passage ebenfalls freigibt.

Das Problem bei einem Hämorrhoidalleiden ist also nicht das grundsätzliche Vorhandensein der dicken Adern, sondern ihre zunehmende Vergrößerung: Wie ein viel beanspruchter Ballon neigt die bindegewebliche Umhüllung der Hämorrhoidalknoten mit den Jahren zum “Ausleiern”. Später können sich die Gefäßknoten in den Analkanal verlagern und letztlich sogar aus dem After hinaustreten.

Symptome

Nach dem Ausmaß der Vergrößerung und Verlagerung werden vier Stadien des Hämorrhoidalleidens unterschieden. Leitsymptom in allen Stadien sind schmerzlose Blutungen beim Stuhlgang, die sich durch hellrotes Blut am Toilettenpapier oder auf der Stuhloberfläche bemerkbar machen.

Hämorrhoiden ersten Grades

Ein oder mehrere Hämorrhoidalknoten sind vergrößert, aber noch nicht in den Analkanal vorgeschoben. Die Blutungen können phasenweise auftreten, dann wieder wochen- oder monatelang ausbleiben. In diesem Stadium ist die Vergrößerung noch reversibel.

Hämorrhoiden zweiten Grades

Die vergrößerten Hämorrhoidalknoten sind bereits tastbar. Presst man beim Stuhlgang, rutschen sie in den Analkanal vor, ziehen sich danach aber wieder zurück. Die Feinkontinenz kann zeitweise gestört sein: Dann reizt Schleim aus dem Enddarm die Haut rund um den After und führt zu Entzündungen, die mit Brennen und Jucken einhergehen.

Hämorrhoiden dritten Grades

In diesem Stadium treten die Hämorrhoidalknoten beim Stuhlgang aus dem After heraus. Sie sind so vergrößert, dass Sie sich nicht von allein zurückziehen, können aber mit dem Finger wieder hineingeschoben werden. Juckreiz und Entzündungen treten verstärkt auf.

Analfissuren sind kleine Einrisse in der Haut des Afters, die bei Hämorrhoidalleiden durch die allgemeine Schwächung des Gewebes in Folge der häufigen Entzündungen entstehen. Diese Analfissuren – und nicht die Hämorrhoiden selbst -  sind meist für eventuell auftretende heftige Schmerzen beim Stuhlgang verantwortlich. Sind die Hämorrhoiden im Analkanal eingeklemmt, kann das zu Schmerzen oder Druckgefühl führen.

Hämorrhoiden vierten Grades

Im letzten Stadium sind die Hämorrhoidalknoten von außen stets sichtbar und lassen sich nicht mehr vollständig in den After zurückschieben. Sie beanspruchen auch im Analkanal bedeutend Raum und können so die vollständige Stuhlentleerung verhindern – unwillkürliches Stuhlschmieren ist häufig die Folge. Durch die mechanische Beanspruchung, häufige Verletzung und Entzündung der Hämorrhoidalknoten kann es zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) und Absterben des Gewebes (Nekrotisierung) kommen. Thrombosierte und nekrotisierte Hämorrhoiden können sehr schmerzhaft sein.

Ursachen

Die erste Ursache eines Hämorrhoidalleidens ist die alters- oder anlagebedingte Schwächung der Bindegewebsfasern, welche die Hämorhoidalknoten umschließen und an ihrem Platz in der Schleimhaut des Rektums halten. Die Hämorrhoidalknoten stecken in diesem Bindegewebe sozusagen wie in einer Wurstpelle. Erschlafft oder reißt die Hülle, vergrößern sich die Gefäßpolster und ragen nun weiter in den Enddarm beziehungsweise Analkanal hinein.

Probleme mit dem venösen Abfluss können das Problem verschlimmern – denn normalerweise sollte ja das Blut aus den Hämorrhoidalknoten ablaufen, wenn der innere Schließmuskel sich öffnet. Hier wird auch die wichtige Rolle deutlich, die die Stuhlgang-“Strategie” für Hämorrhoidalleiden spielt: Wer presst, um alles ins Rollen zu bringen, macht etwas falsch. Beim Pressen ist nämlich der innere Schließmuskel noch geschlossen und das Hämorrhoidalpolster aufgepumpt – schließlich ist ja noch kein Stuhl im Rektum. Der ausgeübte Druck wirkt direkt auf die Hämorrhoiden.

Bei der Passage von Stuhl kann es zu Verletzungen der Gefäßhaut kommen, die zu den beobachteten Blutungen führt. Die bei der Stuhlpassage wirkenden Kräfte drücken die Hämorrhoidalknoten nach und nach immer mehr in Richtung “Ausgang”.

Hier noch einmal die Ursachen von Hämorrhoiden auf einen Blick:

  • angeborene oder altersbedingte Bindegewebsschwäche
  • chronische Verstopfung, “Pressen”, harter Stuhlgang
  • Bewegungsmangel, langes Sitzen und Stehen fördern Blutstau in den Hämorrhoiden.
  • Leberleiden können einen sogenannten Pfortaderstau bewirken, der ebenfalls venöse Abflussstörungen im Analbereich nach sich zieht.

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Hämorrhoidalleidens sind weiterhin Übergewicht, häufiger Alkoholgenuss und eine ballaststoffarme Ernährung. Und natürlich muss bei der Ergründung der Ursachen auch wieder der ganze Mensch betrachtet werden.

Dazu Dr. Scheel: "Sehr viele Menschen, oft sogar schon Kinder, leiden unter einem venösen Stau des Blutes. Sei es durch falsches oder durch zu langes Sitzen oder durch überwiegend stehende Tätigkeiten. Außerdem spielen Stress und Anspannung eine Rolle. Zusammengenommen kann das zu einem Leber-/Galle- Problem führen, bei dem der Körper nicht mehr in der Lage ist, richtig und ausreichend zu entgiften. Ein Rückstau in der Pfortader wäre die Folge, der sogar zu toxischen Belastungen im Körper führen kann. Wenn z.B. an der Zunge die Zahnabdrücke am Zungenrand zu sehen sind oder wenn das Weiße im Auge, von roten geschlängelten Äderchen durchzogen ist, dann neigt derjenige zu einem venösem Stauungsproblem, dem man aber effektiv durch eine bessere, ballaststoffreiche Ernährung und ausreichender Bewegung begegnen kann. Ursächlich spielen die individuelle Konstitution, das seelisch-geistige Gleichgewicht, Umwelteinflüsse, Lebenssituation und das ureigene Verständnis von Krankheit und Gesundheit die letztendlich entscheidende Rolle."

Diagnose

Bei analen Blutungen neigen Betroffene aus Scham zur Selbstdiagnose. Diese Symptome können aber durchaus andere, teils auch wesentlich schwerwiegendere Ursachen im Darmbereich haben als “nur” ein unwillkommenes, aber nicht bedrohliches Hämorrhoidalleiden ersten oder zweiten Grades. Die Diagnose Hämorrhoiden sollte also unbedingt ein Experte stellen.

Dabei wird der After inspiziert und der Analkanal durch Betasten von innen untersucht.  Hämorrhoiden ersten Grades lassen sich nicht ertasten. Hier kommt das Proktoskop zum Einsatz, das dem Arzt den Blick in den Analkanal ermöglicht.

Eine andere harmlose Ursache analer Blutungen kann übrigens eine Analthrombose sein. Dabei handelt es sich um eine durch einen Blutpropf verstopfte, geschwollene Vene am After. Analthrombosen bilden sich auch ohne Behandlung wieder zurück.

Schulmedizin

Die Schulmedizin behandelt Hämorrhoidenbeschwerden einerseits mit Salben, Cremes und Zäpfchen, die Schmerz und Entzündungssymptome bekämpfen, adstringierend (gewebeverdichtend) und vasokonstrigierend (gefäßzusammenziehend) wirken.

Hömorrhoiden ersten und zweiten Grades können durch Injektion bestimmter Chemikalien verödet, Hämorrhoiden zweiten Grades durch die sogenannte Gummibandligatur schmerzlos zum  Absterben gebracht werden. Diese Verfahren sind ambulant durchzuführen.

Bei Hämorrhoiden dritten und vierten Grades kann die Lage am Anus und im Analkanal durch die chirurgische Entfernung der verlagerten Anteile der Hämorrhoidalknoten wieder normalisiert werden.

Wegen seiner wichtigen Funktion für die Kontinenz wird das Hämorrhoidalpolster niemals vollständig entfernt. Entsprechend besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass sich wieder neue Hämorrhoiden bilden. Egal, ob nach einer Verödung, Ligatur oder Operation: Wichtig ist in jedem Fall die Revision von Ernährung und Lebensgewohnheiten. Nur so vermindert sich das Risiko von Rückfällen.

Naturheilkunde

Erster Schritt: Ernährung verändern

Eine überwiegend basische und ballaststoffreiche  Ernährung, die für weichen, leicht abgehenden Stuhl sorgt, ist das A und O der Hämorrhoidenvorbeugung und -behandlung. Ein großes Stuhlvolumen im Mastdarm reizt den inneren Schließmuskel zum Öffnen und gibt damit auch den venösen Abfluss der Gefäße des Hämorrhoidalplexus frei. So verläuft der Stuhlgang wesentlich “reibungsloser” als mit kleinen, harten, erst durch Pressen aus dem Darm beförderten Stuhlportionen.

Zu einer in diesem Sinne wirksamen Ernährungsstrategie gehören

  • ballaststoffreiche Kost – mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse und Vollkorn, weniger Fleisch (täglich 30-40 Gramm Ballaststoffe), "… der Durchschnittsbürger kommt auf maximal 18 g", so Andreas Pfeiffer, Direktor der Endokrinologie an der Berliner Charité und Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Man nimmt an, dass in der Altsteinzeit die Menschen rund 100 g Ballaststoffe täglich gegessen haben.
  • eventuell die zusätzliche Gabe von Quellmitteln (Leinsamen, Weizen- oder Haferkleie), die aber nur bei ausreichender Flüssigkeitsaufnahme ihre Wirkung entfalten können
  • reichlich trinken (täglich 2 Liter Neutralflüssigkeit – Wasser, Kräutertee, verdünnte, ungezuckerte Fruchtsäfte)
  • Kräutertees mit Eichenrinde, Rosskastanie, Tormentillwurzel und/oder Ratanhiawurzel oder Buchweizentee haben neben der Gewährleistung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr auch einen therapeutischen Effekt: Rosskastanie und das im Buchweizen enthaltene Flavonoid Rutin sind venenstärkend, Eichenrinde, Rantanhia- und Tormentillwurzel wirken aufgrund ihres Gerbstoffgehalts adstringierend.

Die ayurvedische Medizin empfiehlt Hibiskustee und das regelmäßige Trinken kleiner Schlucke heißen Wassers.

Verzichten Sie unbedingt auf Abführmittel! Diese können die Entstehung von Hämorrhoiden sogar noch fördern. Besser ist es, die Verdauung durch Ballaststoffe auf natürliche Weise in Schwung zu bringen.

Anja Müller zum Thema Ballaststoffe: "Als ausgezeichneter Faserstoff fungiert auch der indische Flohsamen (weiß als Schale, schwarz als Samenkorn). Einmal täglich einen Esslöffel in ein Glas Wasser verrührt und sofort getrunken (quillt stark auf) morgens oder abends zu sich genommen, führt zu einem schmerzlosen Stuhlgang und zu einer angenehmen 'Nebenwirkung': Der Serum-Cholesterinspiegel wird gesenkt, der Körper wird zusätzlich entschlackt und das geht bis hin zur Erleichterung beim Abnehmen."

Bewegen und Kreislauf in Gang bringen

Kreislauffördernde Maßnahmen verbessern die Blutzirkulation und verhindern so Staus im venösen Abfluss des Hämorrhoidalplexus – die Hämorrhoiden verkleinern sich generell und schrumpfen auch während des Stuhlgangs effektiver. Was dem Kreislauf hilft, kurbelt in der Regel auch die Verdauung an und hilft so gegen Verstopfung.

Zirkulation und Verdauung verbessern Sie mit diesen Maßnahmen:

  • tägliche Bewegung: Wandern, Radfahren, Schwimmen, Joggen, Gymnastik
  • Training von Beckenbodenmuskulatur und Schließmuskel (siehe unten)
  • bei vorwiegend sitzender Tätigkeit: viele Positionswechsel beim Sitzen, Arbeiten am Stehpult
  • Kneipp-Anwendungen (siehe unten)

Beckenbodenmuskulatur- und Schließmuskel-Training (wirkt Blutstau im Enddarmbereich entgegen):

  • Spannen Sie etwa 50-mal im Wechsel die Muskulatur der linken und rechten Gesäßhälfte an und lassen Sie wieder locker.
  • Ziehen Sie den äußeren Afterschließmuskel fest zusammen (Tipp: “Negativpressen” - als ob Sie mit aller Macht Stuhlgang verhindern wollen) und lassen Sie nach zwei Sekunden langsam wieder locker, mindestens 30-mal.

Kneipp-Anwendungen mit kaltem Wasser verbessern ebenfalls die Zirkulation:

  • Schenkelguss: Beginnen Sie mit dem rechten Bein und führen Sie den kalten Wasserstrahl aufwärts auf der Beinaußenseite vom kleinen Zeh bis zum Becken, abwärts auf der Beininnenseite. Verfahren Sie mit dem linken Bein ebenso. Zum Schluss werden beide Fußsohlen abgegossen.
  • Alle zwei Tage nehmen Sie ein kurzes, kaltes Sitzbad.
  • Unterkörperwaschung mit kaltem Wasser: Tauchen Sie ein Leintuch in kaltes Wasser und reiben Sie mit dem immer wieder neu eingetauchten und leicht ausgewrungenen Tuch zuerst das rechte, dann das linke Bein außen, vorn, innen und hinten (inklusive Gesäß) gründlich ab.

Güsse, Bäder und Waschungen können Sie zunächst auch mit handwarmem Wasser ausführen und die Temperatur mit der Zeit reduzieren. Sorgen Sie direkt nach der Anwendung für Wiedererwärmung und insbesondere warme Füße!

Heilpraktikerin Kriemhilt Waldenmaier empfiehlt sogar kalte Waschungen: „Ich empfehle meinen Patienten, nach jedem Stuhlgang kalte Abwaschungen im Analbereich vorzunehmen und anschließend mit Hamamelissalbe einzureiben. Da oft ein Pfortaderstau vorliegt, sollte sehr auf die Ernährung geachtet und die Leber behandelt werden. Oft führen nämlich scharfe Speisen und Alkohol zu Beschwerden, wenn ein Hämorrhoidalleiden vorliegt. Gut wäre es, ein Venenmittel einzunehmen, wie z.B. Rosskastanie (Aesculus) oder Raute (Ruta).

Die Leber als Schlüsselorgan für ein Hämorrhoiden-Leiden

Bei der Durchblutungsförderung muss dem Darmbereich besondere Aufmerksamkeit gelten. Das venöse Blut aus dieser Region wird über die Pfortader zur Leber geführt, um dort entgiftet zu werden. Ist die Leberfunktion herabgesetzt, entsteht ein Pfortaderrückstau, der Auswirkungen bis hinunter zu den Enddarmvenen haben kann. Optimale Leberfunktion vermeidet Blutstau und verbessert damit auch unmittelbar den Blutabfluss aus dem Hämorrhoidalplexus. Zur Pflege der Leber empfiehlt sich etwa Mariendistel als homöopathisch-pflanzliche Urtinktur.

Zum Thema Leber und Hämorrhoiden sagt Heilpraktiker Dieter Berweiler: „Es geht bei Hämorrhoiden auch darum, den Leber- und Gallenfluss auf natürliche Weise anzuregen und die Entgiftungsfunktion der Leber zu stärken. Dazu eignet sich am besten Angelika als Entschlackungsmittel, Eisenkraut zur Leberregeneration und Schöllkraut, um den Gallenfluss anzuregen.

Phytotherapie

Die typischen Beschwerden (Juckreiz, Entzündungen und Brennen) eines Hämorroidalleidens lindern Sie mit Sitzbädern.

  • Lauwarme Sitzbäder mit Auszügen aus Kamille, Schafgarbe, Zinnkraut (Schachtelhalm), Lavendel, Wacholder, Hamamelis oder Zypresse wirken wundheilend, antientzündlich und lindernd.
  • Ein Sitzbad mit adstringierenden Wirkstoffen heilt Analekzeme und vermindert die Blutungsneigung der Hämorrhoiden: Adstringierend wirken Eichenrinde und Totes-Meer-Salz.
  • Rosskastanie wirkt venenstärkend.
  • Sitzbad mit Eichenrinde oder Rosskastanienrinde bei Hämorrhoiden: 500 Gramm Rinde mit 5 Liter Wasser 5 Minuten kochen. Auf Körpertemperatur abkühlen lassen und entweder in der Sitzbadewanne oder einfach in einer über die Toilettenbrille gespannten Mülltüte 5 Minuten anwenden. Den Anus vorsichtig trockentupfen.

Noch eine Empfehlung aus der Phytotherapie: Ein Tuch mit Zaubernusslösung (Hamamelis) tränken und auf die betroffene Stelle legen. Hamamelis wirkt entzündungshemmend und blutstillend. Die Haut zieht sich zusammen und der Juckreiz wird gedämpft.

Hämorrhoidalsalben mit denselben pflanzlichen Arzneistoffen, die auch für Sitzbäder empfohlen werden, lindern ebenfalls die Beschwerden. Sinnvolle Salbeninhaltsstoffe sind weiterhin Steinklee und Hirudin (ein durchblutungsfördernder Wirkstoff aus dem Sekret von Blutegeln).
Salben können mittels eines Analdehners aus Kunststoff auch auf innere Haämorrhoiden aufgetragen werden. Empfehlenswerter sind hier jedoch Hämorrhoidenzäpfchen, die als Wirkstoffdepot im Analkanal effizienter und langanhaltender helfen.

Schmerz- und entzündungslindernd wirken weiterhin Umschläge.

  • Feuchte Umschläge mit Kamillentee oder Arnika
  • Nächtliche Kompressen mit Quark
  • Ein mit Retterspitz-Tinktur (aus der Apotheke, enthält Thymian, Rosmarin, Arnika, Zitronensäure, Weinsäure und Alumen) getränkter Wattebausch in der Gesäßspalte (mehrmals täglich erneuern!) wirkt antiseptisch.

Homöopathie bei Hämorrhoiden

Bei Hämorrhoiden in Frage kommende homöopathische Mittel sind insbesondere Acidum nitricicum, Arnica und Nux vomica (bei blutenden Hämorrhoiden), Hamamelis, Sulfur (bei Rötung und Jucken), Aloe und Graphites.

Last but not least: Wichtig bei Hämorrhoiden sind die Regelmäßigkeit und die richtige Strategie beim Stuhlgang (nicht pressen, aber auch nicht verhalten!) sowie sorgfältige Analhygiene. Nach jedem Stuhlgang den After mit weichem Toilettenpapier oder Einmalwaschlappen sanft und gründlich reinigen, oder (wenn möglich) mit lauwarmem Wasser waschen.

Hausmittel

Die Hebamme Ursula Flagmeier empfiehlt ihren Müttern zur Linderung von bei der Geburt entstandenen Hämorrhoiden folgendes Rezept (für 2 x 10 Zäpfchenhüllen):

  • 2 Essl. Quark
  • ½ ausgepresste Zitrone

Zutaten gut mischen und in eine Plastiktüte füllen. In diese am äußeren Rand ein kleines Loch machen und damit die Quark-Zitronen-Mischung in die Zäpfchenhüllen einfüllen. Hüllen immer wieder beim Einfüllen auf den Tisch klopfen, damit keine Luftblasen in den Hüllen bleiben. Einfrieren und im gefrorenen Zustand ohne Hülle einführen, ca. 1-2 Zäpfchen täglich. (Quelle: Ursula Flagmeier, Hebamme)

Oft handelt es sich bei den nach der Geburt auftretenden Symptomen im Analbereich zum Glück aber gar nicht um Hämorrhoiden, sondern um Analthrombosen oder Fissuren. Die Beschwerden verschwinden oft innerhalb weniger Wochen.

Weitere Naturheilverfahren zur Behandlung von Hämorrhoiden

Weitere Therapieoptionen sind: die Akupunktur, ausleitende Verfahren wie z.B. das Schröpfen, Eigenbluttherapie und Neuraltherapie. In der Orthomolekularen Medizin wird Magnesium gegeben, um harten Stuhl zu normalisieren.

Psychosomatik

Laut Ruediger Dahlke leiden an Hämorrhoiden häufig Menschen, die unter starkem Druck stehen und/oder in ihrem Leben zu vieles erzwingen wollen, und die entsprechend Schwierigkeiten damit haben, “einfach mal lockerzulassen”. Sicher wäre es besser, wenn ihnen manches “am Arsch vorbei” gehen könnte – anstatt sich (in Form der vergrößerten Hämorrhoiden) genau dort aufzustauen.

Der Psychosomatiker Dr. Dahlke sieht in den Hämorrhoiden ein körperliches Symbol für ein Hindernis im Leben das Patienten: Man sitzt buchstäblich auf dem Problem und verbaut sich die Lösung.

Hämorrhoiden können auch bedeuten, dass etwas “nach hinten losgegangen” ist: Eine unaufgelöste seelische Anspannung, permanenter psychischer Druck finden ihren Niederschlag oft am Hinterausgang des Körpers. Probleme laut aussprechen, schwierige Themen offensiv anpacken, Stress abbauen: So werfen Sie Ballast ab und geben dem inneren Druck ein heilsames Ventil.

Louise Hay empfiehlt die Affirmation: „Leicht und bequem löse ich mich von dem, was ich im Leben nicht mehr brauche“.

Literatur

  • M. Augustin, Volker Schmiedel: Leitfaden Naturheilkunde, Urban&Fischer, München, 2012
  • Roger Kalbermatten: Wesen und Signatur der Heilpflanzen: Die Gestalt als Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen, Aarau, 2005
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008
  • Louise L. Hay: Heile deinen Körper Seelisch geistige Gründe für körperliche Krankheit, Lüchow, Bielefeld, 1989

Kommentare

elisabeth eder, 18.03.2010, 09:18

Dieser Artikel ist in einer Weise umfassend, dass ich ganz begeistert bin. Habe 3 Familienmitglieder mit diesem Problem und die Sicht der Dinge, so wie sie hier geschildert ist, ist hervorragend. Danke Elisabeth Eder


Pia, 18.03.2010, 09:19

Auf der Suche nach der spirituellen Bedeutung meiner Erkrankung, um die Wurzel der Situation zu finden, habe ich diese HP entdeckt, und bin total begeistert!
Vielen Danke für diese Informationen!
lg Pia


Sweta, 24.10.2011, 09:46

was aber tun, wenn einer erst 5 jahre alt ist. bei meinem sohn wurde vor kurzem die krankheit diagnostitiert.
lg sweta


Dr. med. Wolfgang Scheel, 25.10.2011, 08:21

Liebe Sweta!
Kinder neigen dazu, auch (psychische) Probleme ihrer Eltern mitzutragen - sie können sich dieser - rein energetisch - gar nicht erwehren. So sollte nicht nur nach möglichen Staus bei Ihrem Sohn, sondern auch nach jeglichen in der (Groß-) Familie gesucht werden. (Einfach leben und glücklich sein, nach vorne schauen, die unglaubliche Kraft der Gedanken nutzen...und sich natürlich vor allem Belastenden weitestgehend schützen...)
Natürlich sollte aber noch mehr beachtet werden wie die Ernährung mit intensiver Entlastung von Leber-Galle (keine Süßigkeiten, wenig Fett, viel Rohkost, bewußte Esskultur...), Körperhaltung und -entspannung, Atmung, Bemühungen um generelle gute Duchblutung und Lymphfluß, Ausschluss von geopathischen Belastungen (Erdstrahlen), ausreichend Bewegung, Atmung, Frustvermeidung, Ziele haben...).
Ein Kontakt mit einem liebvollen, ganzheitlich orientierten Therapeuten wäre sinnvoll!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Zusammenhang mit dieser Herausforderung und Lernmöglichkeit!
Alles erdenklich Gute!
Dr. med. Wolfgang Scheel

ergänzt und kommentiert von:
Dr. med. Wolfgang Scheel, aus Steinheim an der Murr
Dieter Berweiler, aus Stuttgart-Mühlhausen
Kriemhilt Waldenmaier, aus Hemmingen
Anja Müller-Hesse, aus Köln
Ursula Flagmeier, aus Hemmingen

Online-Redaktion

Kommentare

Eva-Maria Lang aus Frankfurt, 08.08.2016:
Eine ganz tolle Seite, so allumfassend. Vielen Dank
Wolfgang Dr. med. Scheel aus Steinheim, 08.07.2016:
Hallo, tolle Seite... (kenne leider Ihren Namen nicht)
Von Not- und Unfällen abgesehen ändert ja keine Op die hinter jedem Problem steckenden komplexen Ursachen.
Wenn beim Auto eine rote Lampe leuchtet, schraube ich diese ja nicht einfach heraus, sondern reguliere das bestehende Problem und die Lampe leuchtet nicht mehr.
Überlegen Sie sich, was Ihr diesbezügliches Problem signalisieren (helfen!) will (Ernährung, Leberbelastung, Durchblutung, Stress, Energieblockaden, Bindegewebsschwäche, Bewegung, genereller Lebensstau usw. usf.).
Wenn Sie - zumindest einen Großteil - der individuellen komplexen Probleme Ihres Umganges mit sich selbst lösen/korrigieren, wird Ihr ständig um Heilung bemühter Organismus (Wunderwerk!) Sie zu dem erwünschten Erfolg führen.
Dabei wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen schnell vollen Erfolg.
Dr. med. W. Scheel
Ilona, 07.07.2016:
Hallo,
tolle Seite, ich habe richtig Lust mich ab jetzt gut zu ernähren!
Nun zu einer Frage: Muss man eine geschwollene prolapsierte Hämorride auf jeden Fall operieren lassen? Hab so viel schlechtes über eine OP gehört....dass das Leiden wiederkommt, sich anschlieende Blutungen ewig dauern etc. Mein Körper und auch meine Psyche reagieren immer extremer als bei anderen, deshalb bin ich ängstlich, was eine OP betrifft. Bis jetzt ist die Schwellung in dn 5 Tagen trotz Sitzbädern und Salben kaum zurückgegangen, jedoch habe ich kaum noch Schmerzen, was mir Hoffnung macht. Kann mir einer einen Rat geben? Vielen dank
Hille, 15.03.2016:
Oh, was bin ich froh, dass ich auf eure HP gestoßen bin. Hier finde ich ja nützliche Tipps. Ich habe immer mal mit Hämorrhoiden zu tun und bin inzwischen auf den Geschmack gekommen, einen Toilettenhocker (Hoca), für die fast täglich anstehende Darmentleerung zu verwenden. Durch den Toilettenhocker sitze ich auf meinem Klo Zuhause im 35 Grad Winkel und in diese Position kann mein Darm sich schnell und gründlich erleichtern. Insbesondere wenn ich mit Hämorrhoiden 1. Grades zu tun habe, kann ich durch die Hocke auf das Pressen verzichten. Das empfinde ich als sehr wohltuend. Zudem konnte ich in Erfahrung bringen, dass der Hoca auch andere Darmkrankheiten lindert - oder sogar komplett einen präventive Funktion erfüllt, so dass Krankheiten einfach fernbleiben.
Apotheker, 22.10.2013:
Ich habe noch eine Ergänzung zu dem Thema.
Da ich selber naturheilkundlich bewanderter Apotheker bin empfehle ich bzw. wir als Apotheke gerne das "HämoCalm Öl Repair & Protect".
Es sind rein natürliche, pflanzliche Inhaltsstoffe (Lavendelöl, Weihrauchöl, Cypressenöl, Kokosöl und Sandelholzöl) enthalten und soll zu einer deutlichen Linderung der Symptome führen (Berichte aus Kundengesprächen).

Das Öl gibt es in Apotheken zu bestellen.
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