Fußpilz

Fußpilz

Fußpilz ist eine verbreitete, ansteckende und oft sehr hartnäckige Infektion der Haut im Fußbereich. Vorbeugung, Stärkung der körpereigenen Abwehr und Naturheilmittel stehen bei der nachhaltigen Bekämpfung von Fußpilz im Vordergrund.

Definition

Beim Fußpilz (Tinea pedis) handelt es sich, wie der Name bereits sagt, um eine Pilzinfektion der Haut, eine Dermatomykose. Erreger sind bestimmte Fadenpilze, die sich von dem Protein Keratin ernähren, das Haut und Nägeln Festigkeit gibt. Daher können die Erreger von Fußpilz übrigens auch Nagelpilz (Tinea unguium) auslösen.

Der lateinische Name Tinea pedis bedeutet so viel wie Fuß-Wurm. Als die Symptome der Infektion 1888 erstmalig beschrieben wurden, war man sich bereits völlig darüber im Klaren, dass der Verursacher ein Hautpilz war. Trotzdem hat es sich eingebürgert, Hautinfektionen mit Dermatophyten generell als Tinea zu bezeichnen.

Am häufigsten sitzt der Fußpilz im Zwischenraum von kleiner Zehe und „Ringzehe“. Ist die Abwehr des Körpers geschwächt, kann er sich auf die anderen Zehen und die Fußsohle ausbreiten.

Eine Fußpilzinfektion ist meist ein Hinweis auf eine geschwächte Körperabwehr und/oder ein gestörtes Hautmilieu. Fehlernährung, Diabetes, Immundefekte oder auch eine längere Antibiotikatherapie lassen den Hautpilz leichter „Fuß fassen“. Eng gekoppelt ist Fußpilz aber auch an das Tragen geschlossener Schuhe. Wer barfuß oder in Sandalen geht, infiziert sich nur bei extremer Abwehrschwäche.

In Deutschland leiden mindestens 10 Prozent der Bevölkerung an einer Fußmykose.

Diagnose

Wer einmal Fußpilz gehabt hat, erkennt die Symptome immer wieder: Meist weist ein schmerzender Riss oder ein Bläschen in der Haut des Zehenzwischenraumes darauf hin, dass man sich wieder einmal einen lästigen Untermieter „eingefangen“ hat.

Trotzdem können die Symptome von Fußpilz mit denen anderer Hauterkrankungen verwechselt werden: Bakterielle Hautinfektionen, Schuppenflechte oder Ekzeme präsentieren sich ähnlich. Auch der Hautarzt kann sich endgültige Klarheit daher erst durch den mikroskopischen Nachweis der Pilzmyzelfäden in einer Hautprobe verschaffen.

Symptome

Eine Fußpilzinfektion ist wahrscheinlich, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten:

  • Zwischen den Zehen oder in den Gelenkfalten unter den Zehen spüren Sie Brennen oder Juckreiz, die Haut ist gerötet oder wirkt aufgeweicht, zeigt Bläschen oder kleine Risse, schuppt oder nässt. Bei der interdigitalen Form handelt es sich um die bei weitem häufigste Erscheinungsform der Fußmykose.
  • Sind die Fußsohlen befallen, zeigt sich die squalatös-hyperkeratoische Form der Infektion in Form dick verhornter, rissiger, trockener und schuppiger Haut.
  • Bei der vesikulös-dyshidrotischen Form der Fußmykose bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Fußgewölbe und an den Fußseiten, begleitet von heftigem Juckreiz und Spannungsgefühl. Die Bläschen sind eine allergische Reaktion des Körpers auf die Pilzinfektion.

Die wichtigsten Komplikationen einer Fußmykose sind einerseits die Ausbreitung der Pilzinfektion auf die Fußnägel oder auf andere Körperstellen, etwa die Leistengegend, andererseits die bakterielle Infektion der durch die Mykose geschwächten Haut.

Ursachen und Vorbeugung

Auslöser von Fußpilz ist eine Infektion mit einem Dermatophyten. In Deutschland ist das in 98 Prozent der Fälle ein Pilz der Gattung Trichophyton. Allerdings wird nicht jeder, an dessen Fuß eine pilzbefallene Hautschuppe haften bleibt, automatisch infiziert. Die eigentliche Ursache der Infektion ist eine Schwächung der natürlichen Abwehr, die bei Gesunden eine Ansteckung verhindert beziehungsweise die Infektion rasch zum Stillstand bringt. Fußpilz ist immer ein Indikator für eine körperliche oder seelische Schwächung.

Typische Orte, an denen man sich einen Fußpilz “einfängt” sind Schwimmbad, Sauna, Fitnessstudio, Umkleidekabinen oder Hotelzimmer. Von den Füßen infizierter Personen lösen sich ständig winzige, von Pilzfäden durchwachsene Hautschuppen. Die hoch infektiösen Schuppen haften auch an Handtüchern und Socken und werden in der Waschmaschine erst bei 60 Grad abgetötet. Durch gemeinsames Benutzen von Textilien oder Kaltwäsche mit anderen Kleidungsstücken eröffnen sich weitere Übertragungswege.

Um infektiös zu sein, braucht der Pilz ein feuchtes, warmes, abgeschlossenes Milieu: Enge, geschlossene, wenig atmungsaktive Schuhe sind der ideale “Brutkasten”. Eine geschwächte Immunabwehr der Haut, seelisch, erkrankungsbedingt, ernährungsbedingt oder durch Medikamente gestörte Hautflora und gestörter Haut-pH begünstigen das “Fußfassen” der Infektion.

Zur Vorbeugung von Fußpilzinfektionen empfiehlt sich einerseits:

  • atmungsaktives, bequemes Schuhwerk
  • Baumwoll- oder Wollsocken
  • Trockenhalten der Zehenzwischenräume (zum Beispiel mit Fußpuder, nach dem Duschen mit Küchenkrepp trocknen und Tücher entsorgen)
  • viel barfuß oder in Sandalen laufen

und andererseits eine Milieusanierung:

  • gesunde Ernährung
  • Bewegung an der frischen Luft
  • seelische Ausgeglichenheit stärken: Konflikte ansprechen und bewältigen, Entspannungsfreiräume schaffen

Schulmedizin

In der Schulmedizin kommen als Mittel gegen Fußpilz grundsätzlich antimykotische Medikamente zum Einsatz (beispielsweise Salben oder Sprays mit Terbinazin oder Clotrimazol), die in schweren Fällen auch oral gegeben werden. Auf diese Weise verschwindet der Pilz zuverlässig. Da die zugrundeliegende Milieuschwächung durch das Fußpilz-Medikament jedoch nicht adressiert wird und der Darm bei oral verabreichten Mittel ggf. zusätzlich belastet wird, sind Rückfälle häufig.

Wenn Diabetes, schwere Durchblutungsstörungen oder eine krankheitsbedingte Immunschwäche vorliegen, sind antimykotische Wirkstoffe in der Therapie von Fußpilz meist unverzichtbar. Trotzdem lohnt es sich auch für diese Patienten, an einer Verbesserung ihres Milieus zu arbeiten!

Beim Nagelpilz wird oft das Entfernen des Nagels empfohlen, was eine sehr schmerzhafte Angelegenheit ist.

Naturheilkunde und Hausmittel

Fußpilz – was tun? In der Apotheke der Natur gibt eine ganze Reihe von Naturmitteln gegen Fußpilz, darunter Teebaumöl, Lavendel, Propolis und Knoblauch. Hydrotherapie und Einreibungen bringen die Wirkstoffe direkt an Ort und Stelle. Solange es sich um einen einfachen Befall mit Fußpilz handelt, können Sie diesen ruhig selbst behandeln. Vorsicht geboten ist dagegen, wenn sich die betroffene Stelle deutliche entzündet hat. Das deutet auf eine aufgesetzte bakterielle Infektion hin (bakterielle Superinfektion) hin, die von einem Therapeuten behandelt werden sollte. Auch Diabetiker sollten bei Verdacht auf Fußpilz einen Therapeuten aufsuchen.

Bewährte Hausmittel sind Fußbäder:

  • Ein zehnminütiges Fußbad mit einigen Tropfen Teebaumöl, Grapefruitkernextrakt, Lavendelöl, Rosmarinöl, Nelkenöl, Kampferöl, Zypressenöl oder Eukalyptusöl im Wasser stärkt die Abwehr.
  • Ein Fußbad mit Essigwasser hilft ebenfalls bei Fußpilz.

Desinfizierend wirken mehrmals täglich durchgeführte Einreibungen:

  • infizierte Stellen mit Lavendelöl oder Teebaumöl massieren, mit Obstessig abtupfen oder mit einer Knoblauchzehe abreiben
  • empfehlenswert ist, das ätherische Öl in ein hautpflegendes Trägeröl (Mandel-, Oliven-, Avocadoöl) zu geben
  • Füße mit Backpulverpaste (aus Backpulver und lauwarmem Wasser) einreiben. Nach fünf Minuten abspülen und gründlich abtrocknen
  • Calendula-Salbe pflegt und lindert Entzündungssymptome
  • Am Nagel und auf stark verhornten Haustellen Tropolistinktur täglich auftragen, bei offenen oder stark entzündlichen Stellen besser Propolissalbe benutzen

Behandlungen über Nacht:

  • Knoblauchzehen über Nacht zwischen die Zehen legen
  • in Molkekonzentrat getränkte Wattebäusche auf die infizierten Stellen binden

Tipp: Fußpilz- und vor allem Nagelpilzbehandlungen mit natürlichen Mitteln bedürfen etwas Geduld. Es muss behandelt werden, bis alle Symptome verschwunden sind und noch etwas darüber hinaus. Beim Fußpilz geht es meist deutlich schneller, weil sich die Haut schneller erneuert. Beim Nagelpilz muss wirklich behandelt werden, bis alle befallenen Nagelteile herausgewachsen sind.

Das emphiehlt Heilpraktikerin Kriemhilt Waldenmaier

Tipp: Um die Weiterverbreitung der Infektion zu verhindern, rät Frau Kriemhilt Waldenmaier:

  • nach dem Abtrocknen der Füße, die Handtücher unbedingt in die Kochwäsche geben (oder Sie trocknen Ihre Füße einfach mit dem Fön!).
  • die getragenen Socken auch auskochen
  • Schuhe und Socken häufiger wechseln als gewohnt
  • die Schuhe evtl. mit Desinfektionssprays aussprühen
  • viel frische Luft an die Füße kommen lassen
  • die Durchblutung der Füße verbessern, evtl. mit Wechselfußbädern

Das empfiehlt die ganzheitliche Zahnärztin Dr. Edith Papp

Frau Dr. Edith Papp empfiehlt bei Fußpilz folgende homöopathischen Mittel:

  • Acidum hydrofluoricum (bei heftigem Juckreiz)
  • Borax oder Sulfur (wenn der Pilz juckt und sticht, besonders abends)
  • Graphites (wenn übel riechender Fußschweiß im Vordergrund steht)
  • Silicea (wenn sich der Zustand bei Kälte bessert)

Milieusanierung

Als wichtigste Komponente ist hier der Darm als wesentlicher Teil vom Immunsystem zu nennen. Ein Fuß- oder Nagelpilz ist immer ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Darm krank oder fehlbesiedelt ist. Berücksichtigen Sie hier unsere weiterführenden Artikel zur Darmsanierung.

Ernährung

Zur Milieusanierung unverzichtbar ist eine vollwertige Ernährung mit Schwerpunkt auf natürlichen, basenbildenden, so wenig wie möglich verarbeitete Lebensmitteln, Verzicht auf Fertiggerichte und raffinierten Zucker sowie Zurückhaltung bei der Genussmittel-Trias Kaffee - Tabak - Alkohol.

Ausgewogen ist eine Kost, die zu 80 Prozent aus Basenbildnern (Gemüse und Obst – außer Cranberrys und Pflaumen –, außerdem Nüsse und Samen) und zu 20 Prozent aus Säurebildnern (Fleisch, Fisch, Käse, Eier, Vollkornprodukte) besteht. Bevorzugen Sie kaltgepresste Öle, und trinken Sie reichlich Wasser, Kräutertee, Grüntee und ungezuckerte/verdünnte Fruchtsäfte.

Psychosomatik

Füße und Standfestigkeit – auf diesen Zusammenhang weist der Psychosomatiker Dr. Rüdiger Dahlke hin. Fußpilz befällt häufig Menschen, um deren innere Standfestigkeit es weniger gut bestellt ist. Entweder der eigene Standpunkt wird nicht ausreichend verteidigt – oder er existiert vielleicht gar nicht mehr, ist vollkommen unklar, oder durch Vernachlässigung so leblos und abgestorben wie Totholz im Wald, das der Zersetzung durch Pilze ebenfalls keinen Widerstand mehr entgegensetzt.

So wie der Körper zu wenig Abwehr gegen den Fußpilz aufbringt, so gibt es vielleicht auch auf seelischer Ebene keinen Widerstand gegen Fremdbestimmung. Andererseits ist es denkbar, dass eine übermäßige Abwehr gegen fremde Eindrücke und Mitmenschen Leben und inneres Wachstum unmöglich macht und den eigenen Standpunkt quasi von innen schwächt.

Literatur

  • Burgerstein, u. a.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung.
  • Christiane Schäfer, Rezepte für einen gesunden Darm
  • Ruediger Dahlke, Thorwald Dethlefsen: Krankheit als Weg
  • Louise L. Hay: Heile deinen Körper

Kommentare

R.Vetter, 17.09.2010, 12:57

Teebaumöl hilft nicht nur bei Fußpilz, sondern auch bei Warzen. Täglich mit Teebaumöl die Warzen betupfen.
Literatur: Durch Teebaumöl gesund und schön (Heidelore Kluge)

Online-Redaktion

Kommentare

Henriette Neumann, 12.08.2016:
Ich habe auch schon einmal mit Fußpilz zu tun gehabt. Damals habe ich diese Pilzinfektion am Fuß als sehr unangenehm empfunden. Leider war ich auch lange damit beschäftigt ein Mittel gegen Fußpilz zu finden. Es gibt ja zahlreiche Cremes und Puder etc. gegen Fußpilz. Dennoch bin ein Mensch, der gerne die unterschiedlichen Krankheiten mit den ganz natürlichen Methoden behandelt. Ich habe dann eine ARD Sendung gesehen, in der die Zedernasohlen getestet wurden. Diese Sohlen aus Zedernholz sind einfach klasse. Sie halten den Fuß trocken und punkten effektiv mit ihrer antibakteriellen Wirkung. Insbesondere helfen die Sohlen mitunter bei der Behandlung, um das neue Entstehen von Fußpilz zu verhindern.
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