Mit Ayurveda gegen Depressionen

Besorgniserregende Zunahme depressiver Erkrankungen

Im Ayurveda ist Depression nicht gleich Depression. Vielmehr unterscheidet der Ayurveda zwei Depressions-Arten: die Erschöpfungsdepression und die Depression aufgrund abgelagerter Stoffwechselrückstände (‚Ama‘). Entsprechend unterschiedlich sind die daraus ableiteten Therapieansätze, die die Ayurvedaexpertin Dr. Karin Pirc hier vorstellt.

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Dr. phil. Karin Pirc - Ayurvedapraxis Bad Ems / Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems
Dr. phil. Karin Pirc
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"Sowohl bei Erschöpfungsdepressionen als auch bei Depressionen durch Stoffwechselablagerungen beschleunigt Ayurveda den Heilungsprozess."

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Besorgniserregende Zunahme depressiver Erkrankungen

Depressionen gehören heute zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen. Laut Erhebungen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe erkranken in Deutschland ca. 5,3 Mio. Menschen im Laufe eines Jahres an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression. Nicht einmal eingeschlossen sind dabei die unzähligen Menschen, die ohne ärztlich verordnete Medikamente unter oft massiv eingeschränkter Lebensfreude, Energie- und Antriebslosigkeit leiden. 

Das Risiko, als Erwachsener irgendwann im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen Depression zu erkranken, liegt nach neueren Studien für Frauen bei 21 bis 23 Prozent und für Männer bei 11 bis 13 Prozent. Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist demnach im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen. Auch Kinder- und Jugendpsychiater schlagen Alarm, denn selbst zwei bis vier Prozent der Grundschulkinder und 14 Prozent der Jugendlichen in Deutschland leiden daran. Anscheinend holt diese Volkskrankheit, die nach allgemeiner Auffassung nur Erwachsene betrifft, immer öfter auch Kinder und Jugendliche ein.

Die Ursachen aufdecken

Ayurveda – übersetzt das Wissen vom Leben – ist ein seit Jahrtausenden bewährtes medizinisches Heilsystem. Diese aus dem Himalayagebiet stammende Ganzheitsmedizin ist sowohl bei sonst nur schwer therapierbaren chronischen Krankheiten als auch bei modernen Leiden wie Depressionen, Ängsten und Burnout inzwischen geradezu ein Geheimtipp gestresster Zeitgenossen.

Der erfahrene Ayurveda-Arzt ermittelt bei allen Beschwerden die individuelle Konstitution sowie das Verteilungsmuster der Doshas. Damit stellt er das Wirken der drei Grundkräfte fest, die alle körperlichen und geistigen Funktionen regulieren und ständig versuchen, sie in Balance zu halten. Denn generell behandelt der Ayurveda keine Krankheiten, sondern entstandene Ungleichgewichte von Körper und Geist. Minutiös kristallisiert der Arzt gemeinsam mit dem Betroffenen die Ursachen der Entstehung seiner seelischen Not heraus. Und das braucht Zeit: So dauert eine Erstkonsultation meistens eine ganze Stunde.

Depression ist nicht gleich Depression

„Depressive Erkrankungen fallen nicht vom Himmel“, so eine der erfahrensten Ayurveda-Ärztinnen Deutschlands, Dr. Karin Pirc, ärztliche Leiterin der seit 1992 bestehenden Maharishi Ayurveda-Privatklinik Bad Ems. „Der Ayurveda weiß, dass jede Krankheit sich in sechs genau definierten aufeinander folgenden Stadien entwickelt. Die heutige Diagnosestellung der modernen Medizin erfolgt jedoch erst in Stadium vier bis fünf, wenn das entstandene Krankheitsgeschehen massiv geworden ist. Natürlich ist es günstiger, bereits Frühstadien zu behandeln, aber auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, kann eine Depression sehr gut behandelt werden.“

Dazu ergründet der Ayurveda-Arzt zuerst einmal, welche Vielzahl von Faktoren sich nach und nach zu Lebensunlust und Antrieblosigkeit summiert haben. Obwohl die Beschwerden für Laien und moderne Mediziner fast identisch aussehen mögen, beobachtet der Ayurveda zwei ganz verschiedene Arten von Depressionen, die man grob als Erschöpfungsdepression und Depression aufgrund abgelagerter Stoffwechselrückstände – im Ayurveda Ama – unterscheiden könnte. Nicht selten gibt es auch Mischformen dieser beiden.

Für den Ayurveda-Arzt klar zu unterscheiden sind beide Depressionsformen nicht nur durch genaue Befragung und Untersuchung, sondern auch mit Hilfe der Pulsdiagnose: Fühlt sich der Überlastungs-Puls für den Geübten unruhig und gestresst an, fließt der Ama-Puls schwer und träge.

Depressionen durch Überlastung (Erschöpfungsdepression)

Erschöpfungsdepressionen entstehen durch die moderne Lebensweise, was ihre dramatische Zunahme der letzten Jahrzehnte nachvollziehbar macht. Denn Zeitdruck, familiäre und Arbeitsüberlastungen sowie Sorgen aller Art setzen Körper und Geist unter Dauerspannung, die schließlich zum Zusammenbruch der Seele führt. Die ständige Verfügbarkeit durchs Handy, Freizeitgestaltung mit Fernsehen und Computer und abends anstrengender Sport tun ihr Übriges. Die dringend benötigten Ruhephasen entfallen zunehmend. Schlafdefizite verschlimmern die Situation – die vielfachen Formen von Schlafstörungen nicht weniger als selbst gewählter Schlafverzicht. Denn die Deutschen gönnen sich immer weniger Schlaf: Anfang der 1990er-Jahre dauerte die durchschnittliche Nachtruhe 8,3 Stunden, heute sind es nur noch 7,25 Stunden, ermittelte die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Gesund ist das nicht: Wer stets zu spät ins Bett geht, dem drohen nicht nur Depressionen und Burnout, sondern auch Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes.

Ayurveda schenkt Entlastung mit vielen Facetten

Der Ayurveda ist eine ganzheitliche Medizin, die Körper und Geist gibt, was ihnen fehlt: Bei Erschöpfungdepressionen und Ausgebranntsein helfen eine bessere Qualität – und längere Dauer des Nachtschlafs, ein auf den Einzelnen abgestimmter möglichst regelmäßiger Tagesrhythmus sowie zumindest für einige Zeit vorwiegend warme, leicht verdauliche Speisen, die der Arzt individuell nach der Doshaverteilung des Betroffenen zusammenstellt. Ideal sind selbst durchgeführte, tägliche Ölmassagen, Yoga, Meditation und langsame Atemübungen nicht weniger als vom Ayurveda-Arzt verordnete umstimmende Kräuterrezepturen, die die verausgabten Reserven schneller wieder aufbauen helfen.

Depressionen durch Stoffwechselablagerungen

Auch bei dieser Form spielen die moderne, durch Hektik geprägte Lebensweise und das Unwissen über die Wirkung der Missachtung unser körperlichen Bedürfnisse auf unsere geistige Verfassung eine Rolle. Denn Hand aufs Herz: Wer isst heute noch zu regelmäßigen Zeiten frisch zubereitete Nahrung, meidet Zwischenmahlzeiten, isst nur, wenn er hungrig ist und hört auf zu essen, wenn er gerade eben satt ist? Wer trinkt zwischen den Mahlzeiten vorwiegend klares Wasser? Wer schafft es, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Menge an frischem Obst und Gemüse zu einzuhalten sowie abends nicht später als 18:00 Uhr eine leicht verdauliche Mahlzeit zu sich zu nehmen?

Denn so sieht die grundlegende Empfehlung des Ayurveda für alle Menschen aus, nicht nur für diejenigen, bei denen übermäßiger Konsum von Nahrungsmitteln, für die der menschliche Organismus nicht geschaffen ist, zu großen Mengen von Ama (Stoffwechselablagerungen) geführt haben.

Man fühlt sich zunächst vielleicht nur nach dem Essen müde und braucht mehr und mehr zusätzlich übersäuernden Kaffee. Aber Jahre zu reichhaltiger und zu schwerer Kost zollen ihren Tribut: Diese Menschen fühlen sich zunehmend schwerer und niedergeschlagener. Schließlich können sie sogar so antriebslos werden, dass der Neurologe eine Depression attestiert.

Reinigung hellt die Stimmung auf

Sie ahnen es sicher schon: Der Weg aus dieser Art der Depression ist mit Verzicht gepflastert. Statt Beruhigung und Entspannung heißt das Motto hier Stoffwechselanregung und Entschlackung. Der Ayurveda empfiehlt alles, was den Stoffwechsel anzukurbeln hilft und neue Ansammlungen von Ama vermeiden hilft: leichtere und kleinere Mahlzeiten, die Beachtung von Hunger- und Sättigungspunkt, ergänzt durch den Stoffwechsel anregende, schärfere Gewürze. Heißes Wasser – viele Male täglich getrunken – unterstützt die „Entschlackung“ ebenso, wie moderate Sportarten im Einklang mit der eigenen Doshadominanz, Sauna, Bäder und Ölmassagen. Individuell verordnete Ayurveda-Kräuterpräparate zur Entgiftung und Aufhellung unterstützen den Weg aus der Depression ebenso wie Halbfastenkuren und wöchentliche Flüssigkeits-Fastentage zu Hause.

Ayurvedisch kuren beschleunigt den Heilungsprozess

Der Königsweg zu Entgiftung und massiv gesteigertem Wohlbefinden in kurzer Zeit ist für beide Depressionsformen die klassische ayurvedische Reinigungskur Panchakarma, wobei der Ayurveda-Arzt den Therapieplan für jeden Betroffenen individuell zusammenstellt. Die ausgewählten Körperöle und die Tiefenentspannung der Ayurveda-Behandlungen lindern die Erschöpfungsdepression nachhaltig. Gleichzeitig werden Stoffwechselgifte systematisch aus den Zellen gelöst und aus dem Körper geschleust, so dass sich auch für Patienten mit viel Ama die Stimmung aufhellt und die Depression abklingen kann.

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