Abwehrschwäche und wiederkehrende Infekte

Abwehrschwäche und wiederkehrende Infekte

Eine Erkältung oder Blasenentzündung nach der anderen? Da liegt der Verdacht auf eine Abwehrschwäche nahe. Der Facharzt für Innere Medizin, Homöopathie, Akupunktur und Naturheilverfahren Dr. Thomas Heintze stellt hier eine Vielzahl von Möglichkeiten vor, welche die Naturheilkunde als Alternative oder Ergänzung zu Antibiotika & Co. bereitstellt.

Dr. med. Thomas Heintze - FA. für Innere Medizin, Homöopathie, Akupunktur, Naturheilverfahren
Dr. med. Thomas Heintze
FA. für Innere Medizin
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Abwehrschwäche ganzheitlich betrachtet

Wenn immer wieder Erkältungen, Blasenentzündungen oder andere Infekte auftreten, steckt womöglich eine Abwehrschwäche dahinter. Die typischen Beschwerden dieser wiederkehrenden Infekte sind lästig und mitunter quälend. Dabei steckt im Sinne der ganzheitlichen Medizin meist eine durchaus sinnvolle Reaktion des Körpers hinter den Symptomen. Dies möchte ich am typischen Fall einer 46-jährigen Patientin veranschaulichen. In die Praxis kam sie wegen deutlich gehäufter Infekte bzw. ihrer Abwehrschwäche. In den letzten Jahren hatte sie im Durchschnitt pro Jahr 5-8x Atemwegsinfekte – mit steigender Tendenz. Entsprechend häufig war sie mit Antibiotika behandelt worden, seitdem fühlte sie sich energetisch schlechter. Sie hatte dauernd kalte Füße und öfter „die Nase voll“. Dieses ist als körperliche Äußerung, als Signal zu verstehen, dass sie etwas ändern sollte.

Aus Sicht der ganzheitlichen Medizin ist eine Infektion eine Heilreaktion, ebenso wie Fieber. Der Körper versucht mit Hilfe dieser Aufwallungen, die gestörte Harmonie wiederzugewinnen.

Das kann mit unangenehmen Symptomen einhergehen. Die Symptome immer nur zu unterdrücken, löst jedoch nicht das Grundproblem und geht nicht an die Ursachen heran. Die Gefahr dabei ist, dass eine Verschiebung der Probleme von außen nach innen, von leichter zu schwerwiegender resultieren kann.

Jeder von uns kennt die typischen Symptome eines Atemwegsinfektes: Die Nase läuft bei Schnupfen, wir haben Halsweh bei einer Entzündung des Rachens oder Husten bei einer Bronchitis. Beim Husten ist zu unterscheiden zwischen einem Reizhusten ohne Auswurf, der durch entzündliche Reize an Bronchialschleimhaut und Luftröhrenschleimhaut hervorgerufen wird, und einem sogenanntem „produktivem Husten“. Produktiver Husten produziert Auswurf. Das Abhusten von Schleim soll den Körper entlasten. Beim Besuch beim Therapeuten fragt dieser in der Regel, ob der Auswurf klar, grün, gelb oder blutig ist, um dem Husten auf die Spur zu kommen.

Wiederkehrende Infektionen können jedoch auch andernorts stattfinden: z.B. als wiederholte Entzündungen der Harnblase. Hier will ich mich jedoch im Wesentlichen um wiederkehrende Atemwegsinfekte bei einer Abwehrschwäche kümmern. Schwerwiegende Krankheiten, die ursächlich eine Rolle spielen können, wie eine Krebserkrankung, ein Mangel an Immunglobulinen (Antikörpern), ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus und andere Erkrankungen sind vom Therapeuten diagnostisch abzuklären.

Mögliche Ursachen für eine Abwehrschwäche

Kehren wir zurück zu der eingangs erwähnten 46-jährigen Patientin. In ihrem Fall konnte ich gleich eine ganze Fülle von Risiko- und Belastungsfaktoren für eine Abwehrschwäche ausmachen:

Die leicht übergewichtige Frau hatte Stress im Beruf und in der Ehe. Sie rauchte 5 bis 10 Zigaretten pro Tag. Ihre Ernährung war „nicht gesund“ und sie bewegte sich nach eigenen Angaben im Alltag zu wenig .Sie hatte fünf Amalgamfüllungen neben einigen Goldkronen und Kunststofffüllungen. Außerdem hatte die Frau bereits eine Mandeloperation und eine Blinddarmoperation hinter sich. Geplagt wurde sie neben den Infekten von Ein- und Durchschlafstörungen, in letzter Zeit war sie häufiger niedergeschlagen. Auf Nachfragen kommen noch weitere belastende Faktoren zur Tage: Klimaanlage im Büro, sie arbeitet am PC, ist von Elektrogeräten umgeben (Elektrosmog).

Wesentliche Faktoren, die das Immunsystem beeinträchtigen können, sind:

  • ungesunde Lebensführung, u.a. mit mangelndem Training der Hautdurchblutung (fehlender Wechsel von kalter und heißer Luft), Wärmestau durch zu warme Kleidung, nasenfeindliche trockene Heizungsluft ...
  • Fehl- oder Mangelernährung, Zivilisationskost
  • Nikotin, Alkohol und andere Genussmittel
  • Medikamente, die das Immunsystem schwächen
  • Störfelder wie Zahnherde, Narben
  • Darmdysbiose, d.h. eine krankhaft zusammengesetzte Darmbakterienflora
  • Bewegungsmangel
  • seelische Belastungen: zu viel Stress, Reizüberflutung, chronische ungelöste Konflikte, Mangel an Selbstliebe, Mangel an geliebt werden, Ängste, Einsamkeit, depressive Verstimmung
  • Geopathien (Belastungen durch Erdstrahlen/Verwerfungen, Wasseradern usw.), Elektrosmog
  • Belastungen durch Pestizide oder Giftstoffe aus Industriechemikalien wie chlorierte Kohlenwasserstoffe, Benzol, Schwermetalle (z.B. Quecksilber in Amalgam; Blei; Cadmium aus Düngemitteln)

Unsere übliche Zivilisationslebensweise und noch viele andere Ursachen bedingen eine Infektanfälligkeit, Übersäuerung, Gift- und Schlackenbelastung des Organismus.

Schulmedizinische Therapie bei Abwehrschwäche

Bei Schnupfen wird häufig ein abschwellendes Nasenspray/Nasentropfen gegeben, welche zwar das Symptom bessern, jedoch den Körper hindern, die belastenden Giftstoffe über Schleimbildung der Nasenschleimhäute loszuwerden.

Meines Erachtens werden immer noch zu früh und zu häufig Antibiotika gegeben bei meist virusbedingtem Schnupfen. Bei Viruserkrankungen helfen Antibiotika nicht.

Bei Fieber bekommen die Patienten oft fiebersenkende Mittel. Das ist zwar gut gemeint, jedoch wird dem Körper dadurch die Möglichkeit der Stärkung des Immunsystems genommen bzw. diese wird beeinträchtigt, denn das Fieber stärkt auf breiter Basis die gesamte Kaskade der körpereigenen Abwehr. Statistiken zufolge bekommt nur eins von zweihundert Kindern bei hohem Fieber einen Fieberkrampf, insofern muss nicht gleich ein fiebersenkendes Zäpfchen gegeben werden. Kurzfristige Kontrollen durch den Arzt und eine Überwachung des Allgemeinzustandes ermöglichen oft, die körpereigene Abwehr ungestört arbeiten zu lassen. Bei hohem Fieber können Wadenwickel die Temperaturen senken helfen. Die Temperatur ist im Verlauf typischerweise morgens etwas niedriger, steigt bis gegen abends 18:00 Uhr an, um dann wieder abzusinken. Die Fiebermessung ergibt im Enddarm höhere Werte als unter der Zunge, die niedrigsten Werte werden in der Achsel gemessen. Um vergleichen zu können, sollte man immer an derselben Stelle messen.

Bei Husten ohne Auswurf, der zu Schlaflosigkeit führt, ist ein kodeinfreier Hustendämpfer akzeptabel. Bei zähem Auswurf werden schleimlösende Medikamente helfen. Die Antibiotika sind nach meiner Erfahrung nur bei wenigen Patienten in schlechtem Allgemeinzustand mit grünem oder gelbem Auswurf notwendig, wenn die eigenen Maßnahmen der Patienten und naturheilkundliche Mittel nicht hinreichend helfen.

Naturheilkundliche Therapie bei Abwehrschwäche

Ernährung bei Abwehrschwäche

Meinen Patienten mit Abwehrschwäche empfehle ich eine individuell bekömmliche, der Konstitution angepasste gesunde Ernährung, die sich an den Richtlinien der Hayschen Trennkost orientiert. Diese stimme ich immer auf den Einzelfall ab.

Besonders wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem sind frisches Obst, frisches Gemüse und frische Salate. Diese enthalten zahlreiche immunstärkende Substanzen und wirken so einer Abwehrschwäche entgegen. Besonders effektiv immunstärkend sind Knoblauch und Zwiebeln.

Eine vollwertige an Basenbildnern und sekundären Pflanzenstoffen reiche Kost ist auf jeden Fall empfehlenswert. Gemieden werden sollten dagegen denaturierte Nahrungsmittel, wie wir sie von Fertigprodukten kennen.

Grundsätzlich ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Im Rahmen eines akuten Infektes ist meist der Appetit verringert. Es ist klug, auf den eigenen Körper zu hören und dann auch wenig zu essen. Besorgte junge Mütter sollen hier auf die Instinkte ihrer Kinder achten. Die Energie, die der Körper nicht in die Verdauung stecken muss, kann das Immunsystem zu diesem Zeitpunkt gut gebrauchen.

Bewegung für eine starke Abwehr

Ideal ist ein regelmäßiger, aber mäßiger Ausdauersport. Er dient der Gesundheit wie auch der angemessenen Entspannung. Anders dagegen ist Hochleistungssport zu bewerten. Er kann eine Abwehrschwäche sogar noch fördern.

Orthomolekulare Medizin bei Infektanfälligkeit

Das Immunsystem braucht eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen und Mineralstoffen wie Zink sowie den bioaktiven Substanzen wie die sekundären Pflanzenstoffe.

Studien zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel im oben genannten Sinne zu einer deutlichen Senkung von Arbeitsunfähigkeiten durch Infekte führen. Außerdem können sie die Beschwerden bei bereits bestehenden akuten Infekten bessern und die Infektdauer verkürzen.

Das natürliche Nahrungsintegral, so wie Gott es uns schenkt in Form von Obst und Gemüse, wirkt besser als einzelne Nährstoffe. Jedoch helfen die Nährstoffe auch.

  • Zink

    Als Zinkpräparate empfehlen sich z.B. Unizink, Zinkorotat-POS oder hypo-A-Zink.
  • Vitamin C

    Besonders preiswert ist 100 g Vitamin C Pulver (Ascorbinsäure-Pulver) welches 3-4x 2 Messerspitzen in Wasser einzunehmen ist. Allerdings sollte man bedenken, dass natürliches Vitamin C, z.B. Vitamin C aus der Acerola-Kirsche, besser ist als das synthetisch hergestellte. Bei akuten Infekten sollte Vitamin C mit 500-1000 mg pro Tag und Zink mit 10-25 mg dosiert werden.
  • Vitamin D

    Weit über 1500 Vitamin-D-Bestimmungen in den letzten 4 Jahren haben gezeigt, dass besonders im Winterhalbjahr von Oktober bis März 90-95 % aller Patienten einen Vitamin-D-Mangel, nicht wenige von ihnen sogar einen schweren Vitamin-D-Mangel hatten. Die empfohlene Mindestdosierung von 800 IE/Tag ist meiner Erfahrung nach noch oft zu niedrig dosiert. Die Dosierung hängt vom Laborwert ab, ist also individuell zu wählen. Somit brauchen fast alle Patienten hierzulande von Oktober bis März Vitamin D!

Eigenbluttherapie zur Abwehrstärkung

Eigenbluttherapie mit niedrig dosiertem Ozon wirkt immunstimulierend und verbessert die gesamte Regulation. Es bietet sich eine Serie von Eigenblutspritzen, beginnend einige Wochen vor der Infektsaison an. Die Infektsaison dauert von Oktober bis März. Dadurch kann man meiner Erfahrung nach den Patienten häufig die typischen Atemwegsinfeke im Winter ersparen.
Mikrobiologische Therapie für eine stärkere Abwehr

Als unspezifische Immunmodulation wirkt die mikrobiologische Therapie vorbeugend gegen chronisch wiederkehrende Infekte. Ziel der mikrobiologischen Therapie ist es in diesem Fall, über einer Verbesserung der Darmflora die Abwehrschwäche zu bessern.

Die Darmflora bessert sich durch eine naturgemäße Ernährung. Die zusätzliche Gabe von gesunden Darmsymbionten wie z.B. Symbiolact comp, Colibiogen oder der Serie Pro Symbioflor/Symbioflor 1/Symbioflor 2 ist erfolgversprechend. Bei Laktoseintoleranz ist z.B. Symbiolact plus zu empfehlen.

Physikalische Therapie fürs Immunsystem

Physikalische Therapie wie Bewegungstherapie, Kneipp’sche Güsse und Sauna verbessern die Abwehrlage.

Phythotherapie

Allgemein bekannt ist Echinacea zur Abwehrstärkung. Es ist z.B. enthalten in Immudynal, Echinacin (Firma Madaus) oder in Toxi loges Saft.

Entsäuerung bei Abwehrschwäche

Entsäuerung durch eine an Basenbildnern reiche Ernährung, falls im Einzellfall notwendig – was häufig der Fall ist – zusätzlich Basenpräparate wie Bullrichs Vital, Neukönigsförder Mineraltabletten, Basosyx bzw. Basosyx Hepa oder Pascoe Basentabs. Die Dosierung wird an den pH-Messwert des Urins angepasst. Ziel ist es, einmal täglich einen Urin-pH-Wert um 7,4 zu erreichen.

Homöopathie bei Abwehrschwäche

Bewährte Mittel bei grippalen Infekten sind Aconitum in der beginnenden stürmischen fieberhaften Phase, bei Schüttelfrost oder trockenem Fieber, bei großer Angst bis hin zur Todesangst, großer Unruhe, Herzklopfen, hartem Puls, heftigem Durst, schlimmer abends als nachts und schlimmer durch Wärme.

Belladonna
ist angebracht bei plötzlich beginnenden Fieberzuständen, hochrotem Kopf, pulsierendem Kopfschmerz, Schüttelfrost, trockenen Schleimhäuten, Schüttelfrost, Schweiß, hochrotem Rachenring und Mandeln, weiten Pupillen sowie Verschlechterung durch Kälte, Zugluft und Aufregung.

Dulcamara
hilft bei charakteristischem Gefühl der Erkältung, starkem Kältegefühl, Schnupfen, kurzem bellendem Husten sowie Erkältung als typische Folge von Nässe und Kälte; Wärme verbessert.

Eupatorium hilft bei Fieber mit starkem Zerschlagenheitsgefühl in Gliedern und Knochen, trockenen Husten, der so stark schmerzt, dass die Brust gehalten werden muss, starker Fließschnupfen, großer Durst.

Ferrum phosphoricum hilft besonders bei beginnendem Fieber, bei vollblütigem oder bleichem Gesicht, kalten Füßen, großer Schwäche und dem Bedürfnis sich hinzulegen, Durst. Schlechter durch Ruhe, mäßige Bewegung bessert.

Gelsemium wirkt besonders bei Fieber mit Schüttelfrost, kein Durst, allgemeines Zerschlagenheitsgefühl, Benommenheit und Schläfrigkeit, zittrige Schwächen, heftiger Blutandrang mit dunkelrotem Gesicht und Schmerzen im Kopf. Reichlicher Harnabgang bessert Kopfschmerz. Schlechter durch Wärme, Sonne, Bewegungen und jede Erregung.

Bewährte homöopathische Komplexmittel sind z.B. Gripp-Heel, Infigripp sowie Hevertotox Erkältungstabletten SL.

Wichtig: Wenn die pflanzlichen oder homöopathischen Mittel offensichtlich keine Besserung bewirken, ist unbedingt eine Kontrolle durch den Arzt notwendig.

Sonstige naturheilkundliche Therapien bei Abwehrschwäche

  • Ätherische Öle, die auf die Region zwischen den Schulterblättern und beidseits seitlich des Brustbeins gegeben werden, haben sich bei Bronchitis sehr bewährt.
  • Die Elektroneuraltherapie verbessert das Energieniveau und unterstützt dadurch das Immunsystem.
  • Enzyme: Bei Entzündungen und Verschleimungen können Enzyme zum Einsatz kommen, z.B. hilft Bromelain POS 2x1 nach meiner Erfahrung, Infektionen besser zu überstehen. Die Enzyme wirken gegen Entzündung und schleimlösend.

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